Die Semana Santa - Ein unvergessliches Erlebnis



Gerade in der Karwoche verbringen unzählige Golfspieler Urlaubstage an der, um diese Zeit, bereits sehr sonnigen und warmen Costa del Sol. Eine wohl einzigartige Gelegenheit, ja geradezu ein Muss, eine der unzähligen Prozessionen, die in der berühmten Semana Santa (Karwoche) stattfinden, einmal  selbst zu miterleben und unvergessliche Eindrücke mit  nach Hause zu nehmen.

Die Semana Santa-Prozessionen, sind auch heute noch der unverzichtbare Mittelpunkt der Karwoche, die in allen Städten Andalusiens, ja selbst in den kleinsten Dörfern stattfinden und tausende Gläubige die andächtig entlang der Strassen stehen - teilweise aber auch die Prozessionen betend begleiten, in ihren Bann ziehen.

Málaga – 6 Tage Gedenken an díe Leiden Jesus

Es lässt sich nur schwer erklären, was in der Semana Santa  mit Málagueños – für die es die wichtigste Woche des Jahres ist, passiert: 6 Tage lang -zwischen „Domingo de Ramos“ (Palmsonntag) und „Domingo de Resurrección“ (Ostersonntag)- herrscht eine tief verwurzelte  religiöse Verehrung,  mit denen der Leiden und Auferstehung Jesus Christus gedacht wird. Es ist die Zeit in der vom frühen Abend bis in die Morgenstunden schwerer Weihrauchduft über der Stadt liegt und der Klang dumpfer Trommelschläge durch die engen Gassen hallt.
Es ist die Zeit der 42 Prozessionen!  Auf denen 290 prunkvoll geschmückten Paso’s oder „Trono‘s“ zu sehen sind, von denen jeder einzelne mehr als 4 Tonnen schwer ist. Auf den einen wird der Leidensweg Christi dargestellt - auf anderen ist die „Virgen“ (Jungfrau Maria), zu sehen, deren lebensgrosse Figur in kostbare Gewänder gehüllt unter dem typischen Baldachin, auf den Schultern von bis zu 250 „Hombres de Trono“ - wie die  Costaleros (Träger) auch genannt werden, durch die Strassen der Stadt getragen wird.

Es können nur die Bruderschaften teilnehmen

Die Prozessionen in Málaga an denen nur die Bruderschaften die auch der „Agrupación de Cofradías de Semana Santa de Málaga” angehören, sind wohl die berühmtesten, emotionalsten  und meistbesuchten in Andalusien. Sie erinnern an die Leiden und Auferstehung Jesus Christus  und können durchschnittlich 7 Stunden – aber auch mehr als 12 Stunden dauern. Allein schon durch die Art der Fortbewegung, unterscheiden sie sich ganz wesentlich von anderen Orten: Die gesamte Strecke –Anfang und Ende ist jeweils die Kirche oder das Haus der Bruderschaft-   wird mit langsamen, leicht schaukelnden Schritten zurückgelegt! Begleitet von einer sehr getragenen Marschmusik und einer eigenartig anmutenden musikalischen Untermalung durch Schlaginstrumente und Hornbläser  - unterbrochen durch klagende Gesänge in welchen Maria die Passion Jesu beklagt.

Eine lange Tradition

Der Ursprung der „Semana Santa“  geht zurück auf das 15.Jahrhundert, als die katholischen Könige das Land langsam von den Mauren zurückeroberten. Die katholische Klerus wollte damit, den Menschen, die damals mehrheitlich aus Analphabeten waren, die Leidensgeschichte Jesu in bildhafter Form nahebringen. Der Erfolg gab den Kirchenfürsten recht: Die von Künstlern geschaffenen Heiligenfiguren hinterliessen einen tiefen Eindruck bei der Bevölkerung.

Es wurden Cofradias und Hermanadas (Laien-Bruderschaften) gegründet – sie sind es, die auch heute noch die Prozessionen organisieren. Die erste, noch bestehende Bruderschaft „Santa Vera et Curz“ wurde im Jahr 1505 gegründet und ist heute ein Teil der aus 35400 Brüder bestehenden „Reales Cofradias Fusionadas de San Juan“.

Die älteste, heute noch aktive Bruderschaft ist die "Archicofradia del Paso y la Esperanzia" - die 1561 gegründet wurde. Sie hat 5000 Hermanos (Brüder). Zudem gehören dieser Bruderschaft 600 Nazarenos, auch Penitentes (Büsser) genannt an, die in lange Kutten und mit den typischen Spitzhauben verhüllt und barfuss gehend die Prozession begleiten!