Golf spielen - unter südlicher Sonne

Was gibt es Schöneres für Golfspieler mit Freunden eine Runde Golf zu spielen: Die Sonne lacht vom Himmel, die Temperatur hat angenehme 20-22 Grad - es weht ein leichtes, Lüftchen. Da kann doch lediglich ein schlechter Score -zumindest kurzzeitig- die Freude trüben. Doch Vorsicht:  die Sonnenbelastung ist alles andere als ideal für unsere Haut. Die wird auch schon bei diesen Bedingungen einem besonderen Stress, ausgesetzt: Dem schädlichen "UV-Stress"! Und davor muss sich auch jeder Mensch – auch auf dem Golfplatz!

Nicht umsonst warnen Dermatologen schon seit Jahren, sich -bei jeder Art von Freizeitbeschäftigung- nicht zu lange ungeschützt der Sonne auszusetzen. Vor allem Golfspieler sollten diese Warnung sehr ernst nehmen, wie eine Studie der Dermatologischen Abteilung des Klinikums Hanau belegt: Jedes zuviel an Sonne bedeutet eine erhöhte Hautkrebs-Gefahr!  Golfer haben gegenüber Nichtgolfern ein 8,5-mal höheres Risiko, durch Sonnenlicht verursachte Hautschäden, wie beispielsweise Verhornungen der Oberhaut (Lichtkrusten), einer Vorstufe von Hautkrebs, zu bekommen. 

Dr.Hans M.Ockenfels, unter dessen Leitung die Studie erstellt wurde, ist eher zufällig auf diese Zusammenhänge gestoßen. "Weil bei fast allen Golfspielern, die zu mir kamen, sich nur an der rechten Hand die typischen Sympthome zeigten" erklärt er. "Auf meine Nachfrage erfuhr ich, dass die linke Hand meist in einem Handschuh steckt." 


In einer Vergleichsstudie wurden 450 Personen, im Alter über 50 Jahren, mit Hautschädigungen untersucht. 20,9 Prozent gaben an, sich bei sonnigem Wetter mehr als zwei Stunden am Tag in der freien Natur aufzuhalten: 50% der Patienten mit durch Sonnenlicht verursachten Hautkrebsvorstufen, beschäftigten sich mit Gartenarbeit. Die grösste Gruppe bei den Sportlern waren mit 10,7 Prozent Golfer - weit vor den Tennisspielern mit lediglich 2,7 Prozent. 


Warum gerade Golfer im höheren Alter vermehrt Hautschäden bekommen, ist wohl auch darin zu suchen, dass diese Altersgruppe sehr oft antizyklisch lebt: Sie entfliehen der kalten Jahreszeit in Mitteleuropa, um in südlicheren und daher sehr sonnigen Regionen Golf zu spielen. Meist gehen sie in den Mittagsstunden, wenn die Sonnenstrahlung am intensivsten ist, auf die Runde. Der Haut bleibt also keine Zeit vorher eine Schutzschicht zu entwickeln.



Sonne – Freund oder Feind

Sonnenlicht ist nichts anderes als energetische Strahlung und die kann gefährlich werden. Denn Sonne erzeugt ständig verschiedene Arten von Strahlung, die auf die Erdatmosphäre treffen und dabei wird alles was da kreucht und fleucht von diesen Strahlen getroffen. Sie reichen dabei von langwelliger Infrarotstrahlung, die unsere Erde erwärmt, über das sichtbare Licht - zum kurzwelligen, für uns nicht sichtbaren UV-Licht, bis hin zu sehr energiereichen, gefährlichen Röntgen- und Gammastrahlen. Zwar fängt die Erdatmosphäre einen überwiegenden Teil dieser Leben zerstörenden, energiereichen Strahlung ab. Das UV- Licht wird auch vom Ozon in der Stratosphäre in einer Höhe von 12 - 45 km absorbiert.
                                                                                                      Foto: Images Ghetti
Doch je senkrechter die Sonne am Himmel steht,
umso intensiver sind ihre Strahlen: Im Sommer mehr als im Winter; In der Mittagszeit stärker als morgens oder abends.  In den Tropen  strahlt es mehr, als am Süd- oder Nordpol und je höher man sich über dem Meeresspiegel befindet umso mehr Schaden richten die Strahlen an. Doch auch in Nähe des Meeres zeigt die Sonne in recht kurzer Zeit ihre Kraft und ist für so manchen –oft schmerzhaften- Sonnenbrand verantwortlich.

Bei jedem Sonnenkontakt fängt die oberste Schicht der Haut -die sogenannte Hornschicht- einen Großteil des Sonnenlichtes ab. Je kürzer die Wellenlänge ist, desto geringer ist die Eindringtiefe. Das langwellige UVA-Licht dringt aber tief in die Haut ein - wer nicht entsprechend vorsorgt, kann so seine „roten, schmerzenden Wunder“ erleben und die Haut wird nachhaltig geschädigt. 

Vorbeugen - besser als heilen

Sonnenschutzpräparte die unsere Haut vor Sonne schützen  mit einem hohen Lichtschutzfaktor  sind kein Luxus, sondern ein unbedingtes Muss!  Sind sie als Creme, Lotion, Gel, Spray oder Öl erhältlich und enthalten Substanzen, die  unsere Haut schützen. Zudem  wird das Eindringen der Sonnenstrahlen in die Haut, damit auch Hautschäden verhindert. Bei den Preisen  von Sonnenschutz-Produkten, sind  nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.  Doch wer auf „Nummer sicher“ geht, der entscheidet sich für einen  hochwertigen Sonnenschutz und achtet penibel auf die Angaben auf der Verpackung: Die Deklaration der Lichtschutzfaktoren (LSF) im UV-B und UV-A-Bereich ist das Maß für den Schutzeffekt, dass das Sonnenschutzmittel der Haut auch tatsächlich bietet.

Der ungefähre Zeitrahmen, in dem die Haut durch die Verwendung eines Sonnenschutzmittels geschützt ist wird nach folgender Formel errechnet: LSF x Eigenschutzzeit = geschützte Haut. Er wird anhand der Hautrötung unter UV-B-Bestrahlung gemessen und gibt an, um wieviel das Präparat die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Dabei hilft die Einteilung in die verschiedenen Pigmentierungstypen *.

Beispiel:  Verwendet ein in hellhäutiger Mensch (Hauttyp II) mit einer Eigenschutzzeit von 10-20 min einem Lichtschutz mit LSF 20, so verlängert sich seine Sonnenexposition auf 200-400min.

Allerdings ist  sowohl der Vorbräunungsgrad  maßgebend, wie die Expositionsbedingungen (Höhe über Meeresspiegel, geographische Breite, Tageszeit, Reflektion durch Sand, Wasser, Schnee, Wind).

Wird dagegen der Lichtschutzfaktor (LSF) lediglich im UV-B-Bereich angegeben, so  ist Vorsicht geboten, denn das "Warnsignal" Sonnenbrand  wird lediglich hinausgezögert - die langwellige UV-A-Strahlung kann trotzdem ungehindert in tiefere Hautstrukturen eindringen und dort Schäden verursachen – die leider oft erst zu spät erkannt werden und fatale Konsequenzen haben können.

Wichtig ist auch: Jedes Sonnenschutzpräparat  sollte mindestens 30 min vor der Sonnenbestrahlung aufgetragen werden. Bei einer länger dauernden Golfrunde –die ja über 18 Löcher meist mehr als vier Stunden dauert- sollte zudem auf die Schutzzeit geachtet werden. Vor allem ist es auch wichtig,  dass alle der Sonne ausgesetzten Hautpartien zwischendurch nachgecremt werden, denn bedingt durch Abrieb und Schweiß  kommt es zu einer Minderung der Schutzfunktion.

Kleidung nur ein bedingter Sonnenschutz

Wer aber glaubt, dass die Kleidung ein 100%iger Schutz gegen die Sonne ist, der irrt. Ein
Vor allem  die modernen, eher dünn und locker gewebten oder gewirkten Textilien bieten nur einen sehr bedingten Schutz vor den gefährlichen Strahlen!  Hosen und Polohemden aus Bekleidung aus synthetischen Fasern schützen zwar besser vor Sonnenstrahlen, als solche aus Naturmaterialien, haben aber den großen Nachteil, dass  die Transpiration wesentlich verstärkt wird.

In  sonnigen Ländern,  –etwa in Australien-  wird  u.a. auch Golfbekleidung bereits mit Lichtschutzwerten deklariert (so wie wir es bislang nur bei Lichtschutzpräparaten gewohnt sind) angeboten!

Unser Kopf  ist noch näher bei der Sonne als andere Körperteile,  daher sollte er besonders geschützt werden - vor allem auch deshalb um  auch vor einem Sonnenstich geschützt zu sein: Hüte  aus locker geflochtenem, luftdurchlässigem Stroh oder Panama sind dazu bestens geeignet. Die bei Golfspielerinnen so beliebten Sunshields eignen sich dagegen nur für Menschen mit dichter Kopfhaar! 

Wer allerdings ein Quentchen mehr dafür tun will, um vor der Sonne  besser geschützt zu sein, der tut dies auch von "Innen": Beta-Karotin kommt besonders reichlich in Tomaten, Karotten, Spinat vor. Aber auch orange oder gelbe Früchten versorgen uns mit diesem Vitamin - beispielsweise  Pfirsiche, Aprikose oder Orangen. Es ist aber auch in Tablettenform erhältlich und schützt als Radikalfänger die, durch UV-Strahlung in der Haut entstehenden freien Radikalen. Dadurch wird das unsichtbare Licht im langwelligen UV-A-Bereich, wie auch im sichtbaren Bereich, absorbiert. Allerdings wird der Schutz erst nach 6-8 Wochen erreicht. die empfohlene Dosis bei Erwachsenen liegt zwischen 120 bis 250 mg pro Tag. 


Und zu guter Letzt: Auf die Hautpflege nach jedem Aufenthalt in der Sonne sollten Sie keinesfalls vergessen! Denn Sonne, Wärme, Wind und Schwitzen entziehen der Haut Feuchtigkeit. Dadurch wird sie rauh und sehr oft auch schuppig. Nach einer ausgiebigen Dusch unter nicht zu heißem Wasser, sollte der ganze Körper mit einem guten "After Sun"-Präparat verwöhnt werden. dadurch werden die Fett- und Flüssigkeitsreserven wieder aufgebaut - eventuelle Hautreizungen werden beruhigt und die Regeneration der Haut gefördert.