Hautkrebs- Golfspieler sind besonders gefährdet

Meist werden sie zufällig entdeckt: Hautfarbene, oft auch rötliche, kleine raue Veränderungen der Haut - an Armen, Handrücken, aber auch im Gesicht, auf der Glatze oder den Beinen....,  an Stellen also, die normalerweise nicht durch Kleidung geschützt und daher direkt der Sonne ausgesetzt sind. Es sind unscheinbaren Hautveränderungen die von Betroffenen nicht selten ignoriert und als nicht bedrohlich wahrgenommen werden. 

Tatsächlich handelt es sich dabei um "Sonnenwarzen" oder "Lichtkrusten"  (aktinische Keratosen) - eine Vorstufe des Hellen /Weissen Hautkrebs. Doch im Gegensatz zum malignen Melanom (Schwarzer Hautkrebs)  ist es in der Bevölkerung relativ unbekannt, dass es auch Weissen Hautkrebs gibt. Und der kommt in verschiedenen Arten vor. Am häufigsten ist das Basaliom (Basalzellkarzinom). Daneben gibt es noch Spinaliom (Stachelzellkrebs) auch als Plattenepithelkarzinom bekannt: Sie entstehen fast ausschliesslich auf sonnengeschädigter Haut.  

Golfspieler sind gefährdet

Sehr häufig sind natürlich leidenschaftliche Sonnenanbeter betroffen. Aber auch bestimmte Berufsgruppen, die sich viel im Freien aufhalten und sich der intensiven UV-Exposition schlecht entziehen können: Landwirte / Gärtner / Bauarbeiter. 

Allerdings gehören eindeutig auch Golfer zu den gefährdeten Kandidaten für den Weissen (Hellen) Hautkrebs. Ihr Risiko ist um ein vielfaches höher als das eines jeden anderen Outdor-Sportlers. 

Dermatologen stufen Sonnenwarzen, die für sich betrachtet nicht als bösartig gelten, jedoch als Präkanzerose ein - sozusagen als Krebsvorstufe! Da im Laufe  der Zeit aus den solaren Keratosen (Sonnenwarzen) ein Spinaliom entstehen kann. Daher sollte jede Hautveränderung, die nicht eingeordnet werden kann, unbedingt von einem Dermatologen untersucht werden! Wie der Leiter der Europäischen Krebsstiftung (Europaen Skin Cancer Foundation - ESCF) Prof.Dr.med.Eggert-Stockfleth, der  gleichzeitig auch das Hauttumorzentrum der Berliner Charité leitet, warnt: "Die akinitische Keratose ist ein Carcinoma en situ des Plattenepistels der Epidermis und gehört sofort behandelt!"  

SONNENWARZEN: Kaum sichtbar - doch keinesweg harmlos  

Denn inzwischen gehört der Weisse Hautkrebs zu den häufigsten Krebsarten!  Doch Spinaliome
Spinaliome
entwickeln sich überwiegend aus der Krebsvorstufe - der Aktinischen Keratose. Es ist daher ungemein wichtig, diese meist harmlos aussehenden rauen Hautstellen oder Knötchen rechtzeitig zu entfernen. Der Hautarzt hat unterschiedliche Therapiemöglichkeiten: einzelne Herde können durch Exzision (ausschneiden), Curretage (abschaben), Laser oder Kryotherapie (Vereisen) entfernt werden. Auch gibt es diverse Wirkstoffe in Form von Salben oder Gel - sie sind bei geringen Haut-Schäden durchaus wirksam: >Fluoruracil< 
(es hemmt die Zellvermehrung) wird schon längere Zeit zu Behandlung von Sonnenwarzen verwendet

Seit einiger Zeit wird von den Hautärzten vermehrt >Imiquimod< (es kurbelt die Immunabwehr der Haut an) verschrieben. Damit  werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Zudem gibt es >Imiquimod< seit kurzem auch als schwächer konzentrierte Creme - damit kann das Gesicht eingecremt und so alle noch unsichtbaren Krebsvorstufen bei UV geschädigter Haut zerstört werden.

Vom Unkraut zur Heilpflanze

Eine neue Therapieoption ist >Ingenol mebutat< - gewonnen wird dieser Wirkstoff aus dem Pflanzensaft der Garten-Wolfsmilch
Garten-Wolfsmilch-Blüte
 
(Euphorbia peplus). Diese unscheinbare - Pflanze galt seit Jahrhunderten als pflanzliches Therapeutikum gegen allerlei Krankheiten u.a. auch gegen Krebs. Heute wird sie als Unkraut - kaum dass es erscheint - von den meisten Gärtner ausgerissen. Nun íst es  in Form eines Gel  unter dem Namen >Picato< (Leo-Pharma) auf dem Markt und optimiert die Behandlung der Präkanzerose. Allerdings ist es nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich - wird aber insgesamt nur dreimal aufgetragen und hat sich als hochwirksames Lokaltherapeutikum erwiesen. 

Nach den kürzlich im >Journal of British Dermatologie< veröffentlichten Forschungsergebnissen wird die eindrucksvolle Schlagkraft des Phytonpharmakons hervorgehoben: Aktinische Keratose auf der Gesichts- beziehungsweise Kopfhaut liessen sich in den ausgewerteten kontrollierten Studien in 42,2% der Fälle nach 57 Tagen komplett zurückbilden. Das bedeutet, dass Hauttumore auf Garten-Wolfs-Milch reagieren und Krebszellen zerstört werden.

Sind jedoch bereits ausgedehnte Defekte der Haut vorhanden - wurde bisher vor allem mit der photodynamische Therapie behandelt: Hautläsionen werden, nach entsprechender Vorbehandlung, mit einem Photosensibilisator therapeutischem Licht ausgesetzt.

Basaliom operativ entfernen

Gerade bei älteren Menschen finden sich zunehmend Flecken und Knötchen auf der Haut, die  zwar durchaus harmlos sein können. Doch nicht selten ist auch ein kleines, fast unscheinbares Basaliom darunter, was aber von Laien nicht als solches wahrgenommen wird.

Basaliom
Basaliome sehen oft wie rote Flecken, auch kleine Vernarbungen aus - manchmal aber sind es gelbe Knötchen mit rötlichem Rand. Daher bleiben sie nicht selten längere Zeit unentdeckt. Erst wenn die Karzinome grösser werden und anfangen zu bluten oder nässen fallen sie auf - dann sollte aber so rasch als möglich der Hautarzt konsultiert werden. Zwar lassen sich auch kleine Basaliome auf die gleiche Weise wie die  Krebsvorstufe behandeln - allerdings mit dem Risiko, dass der Tumorerneut auftreten kann. Um das zu vermeiden, sollte auf jeden Fall  ein Basaliom operativ entfernt werden - das ist ein kleiner chirurgischer Eingriff unter örtlicher Betäubung.

Vorbeugung ist die beste Heilung

Überwiegend sind Sonnenschäden verantwortlich, dass  der Weisse Hautkrebs entsteht. Genaugenommen Zellveränderungen, die entstehen bevor es zum Sonnenbrand kommt. So wird es bei heller Haut ohne Sonnenschutz schon nach etwa 5 Minuten gefährlich. Ausschlaggebend ist vor allem die Gesamtmenge an UV-Strahlung, die der Haut im Laufe des Lebens zugemutet wurde.

Es ist nie zu spät entsprechend vorzubeugen. Das gilt besonders für Golfspieler, die sich oft 4-5 Stunden und das auch bei Sonnenschein - in der freien Natur bewegen. Sie sollten, in ihrem eigenen Interesse die folgenden Richtlinien unbedingt beachten:

* Im Sommer die Sonne möglichst zwischen 11 und 15 Uhr meiden!
* Wer länger als 15 Minuten pralle Sonne konsumiert braucht      
  Sonnencreme (mimimum LSF 20);
* Gesicht / Arme / Handrücken / Beine - also exponierte Körperstellen -   unbedingt mit LSF 50 eincremen;
* Kopfbedeckung - auch langärmlige Kleidung ist angesagt, damit werden gefährdete   Körperstellen  zusätzlich vor zuviel Sonne geschützt. 

Last but not least: Zu allen Jahreszeiten sollte auch die Tagespflege einen entsprechenden Lichtschutzfaktor enthalten!

Dadurch beugt man nicht nur dem Haut-Krebs vor - man tut auch  etwas gegen die Alterung der Haut!