Männer golfen anders - Frauen auch

Golf hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Zeit in der Frauen ihre Männer aus einer Golfrunde "nur" begleitet haben, die ist endgültig vorbei. Frauen schwingen mit Begeisterung selbst die Golfschläger - nur eben ganz anders wie Männer!
 
Sie messen sich gleichberechtigt bei Wettkämpfen und das unabhängig von ihrer spielstärke. Es gelten zwar für beide die gleichen Spielregeln, auch die vorgegebene Zahl der Schläge pro Loch, ist für Mann und Frau gleich. Trotzdem gibt es, bei allen vermeintlichen Gemeinsamkeiten, Unterschiede. Denn gerade Golferinnen haben es in manchen Spielsituationen um einiges schwerer als ihre männlichen Golfpartner. Trotz allem sind es die Frauen, die oft die "Nase vorne haben" beim gemeinsamen Golf-Spiel!
 
Es sind vor allem körperliche Unterschiede, die eine Frau gegenüber dem Mann ins Hintertreffen bringt. Rein anatomisch betrachtet, hat eine Golferin vor allem ganz andere körperliche Voraussetzungen, wie ein Golfer - denn "Baupläne" sowohl des weiblichen, wie des männlichen "Homo Sapiens" könnten unterschiedlicher nicht sein, auch wenn es beim schnellen Hinssehen nicht danach aussieht. Das Skelett der Frau ist meist viel zierlicher, Herz und Lunge sind kleiner als beim Mann- daher ist ihr Atemvolumen geringer, der Herzschlag schneller auch bei gleicher Fitness. Auch Organe und Immunsystem sind  völlig anders geartet. Dazu kommt, dass Männer anders fühlen, denken, entscheiden und agieren als Frauen  - ergo spielen auch ein völlig anderes Golf:



 
  • Frauen sind meist kleiner als Männer – sie haben oft auch  ein geringeres Körpergewicht, dadurch fehlt es bei der Drehbewegung an Präzision, die Schwungstabiliät wird erschwert -  die Folge davon ist eine kürzere Schlagdistanz.
 
  • Frauen haben wesentlich weniger ausgeprägte Muskelgruppen im gesamten Körper als Männer, folglich haben sie weniger Kraft und können kaum Power erzeugen. Durch die um rund 40% geringere Muskelmasse (besonders im Rumpfbereich), tendieren Golferinnen häufig dazu, den Swing mit Armen und Händen zu machen um die nötige Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erreichen. Ein weiterer Nachteil, der nicht unterschätzt werden darf: Durch die geringere Körpermasse wird die präzise Drehbewegung erschwert und deshalb  wird meist nur einen Dreiviertel-Schwung gemacht, darum fliegt  auch der Ball, den eine Frau schlägt viel weniger weit.

  • Frauen haben schlecht ausgebildete Muskeln in den Armen,      das verhindert die nötige Hebelwirkung  und damit wird der Beschleunigungsweg veringert, mit dem Männer eine grössere Schlägerkopfgeschwindigkeit erreichen: Beim Golfer verlässt der Ball den Driver mit etwa 250 km/h – bei der Golferin sind es dagegen nur rund 200 km/h;

  • Frauen haben nicht selten Probleme den Ball aus schwierigen Lagen (etwa Hard-Rough, Bunker) zu spielen. Schuld daran ist die geringere Kraft in den Unterarmen, die Männern eigen ist und sie es daher problemlos schaffen;

  • Frauen mangelt es zudem an der Kraft,  mit der es Männern gelingt mehr Geschwindigkeit zu erzeugen und damit auch mehr Spin auf den Ball bringen;

  • Last but not least, behindert auch eine große Oberweite die Frauen beim richtigen Swing. Denn dadurch wird die Drehbewegung und der Hub der Arme  beeinträchtigt - daher  gelingt es nicht, den Golfschwung technisch korrekt auszuführen.

Ein Herz für Golferinnen


Um Rücksicht zu nehmen auf die nun einmal bestehenden physischen Unterschiede zwischen Mann und Frau hat die US-Golf-Association mit Einführung des Course-Rating-Systems versucht einen  Ausgleich zu schaffen. Seitdem liegt das Damen-Tee zwischen 16 bis 25 Prozent (im Durchschnitt also 18% bezogen auf die Länge der jeweiligen Spielbahn)  vor dem der Herren und das auf allen Golfplätzen der Welt! Allein die Engländer tanzen, wie so oft aus, der Reihe:  Sie stufen ihre Golfplätze  nach wie vor entsprechend dem „Standard Skratch Score (SSS)“ ein.
 

Dass die Damen, zumindest was den ersten Schlag betrifft, einen kürzeren Weg zum Loch haben, mag ein Vorteil für Golferinnen sein, der manchmal tatsächlich zum tragen kommt. Allerdings ist es weder kontrollier- noch nachvollziehbar, ob die Abständer zwischen den Abschlägen den vorgegebenen Richtlinien der USGA tatsächlich entsprechen. Wenn man es einmal genauer unter die Lupe nimmt, dann ist  der Überblick über das zu spielende Loch von den roten und blauen Tees oft wesentlich schlechter, als von so manchen Herrenabschlag.
 
Der Grund ist darin zu suchen, dass Golfplätze, aber auch die eingebauten Hindernisse, überwiegend von den Champion-Tees der Herren designt und gebaut werden.
 

Selten ein Nachteil der nicht auch einen Vorteil bringt


Golfer haben allerdings nicht nur Vorteile und könnten sich in vielerlei Hinsicht einiges von der Spielweise ihrer Golf- Partnerinnen abschauen.

Es beginnt schon am Abschlag – da kommt  der Ball der Männer nach einem Power-Drive meist um einiges weiter vorne am Fairway  zur Ruhe – als der einer Frau. Vorausgesetzt natürlich, dass  der  Ball, den der Golfer mit einem Superdrive hinaus katapultiert hat, nicht  „out of bounds“ landet, oder sich irgendwo seitlich in die Büsche  verabschiedet hat!  Vor allem bei Longhittern  ist das oft eher die Regel als die Ausnahme. Anders bei Golferinnen. Denn obwohl der rote Abschlag -der USGA sei Dank- um  einige Meter weiter vorne liegt, als fliegt der Ball weniger weit, kommt aber nicht selten in der Mitte des Fairways zur Ruhe und liegt ideal für den zweiten Schlag. Weil Frauen  den Ball, aus den bereits erwähnten Gründen weniger weit schlagen, machen sie  aber auch weniger Fehler.

Dass ein Golfer, dank seiner Kraft mehr Geschwindigkeit produzieren kann, damit auch mehr Spin auf den Ball bringt kann für ihn schnell auch zum Nachteil auf dem Platz werden. Denn durch den starken Spin steigt der Ball höher, daraus entstehen auch Fehler: Ein Slice oder ein Hook und der Ball verabschiedet sich… vielleicht sogar auf „Nimmer-Wiedersehn“. Ein Problem das den Golferinnen  eher selten Ärger bereitet: Sie schlagen weniger fest und kontrollierter, haben einen guten Rhythmus – allerdings auch kaum einmal  so weit wie Golfer. Die kürzeren Schläge bringen Frauen wesentlich seltener in schwierige Situationen: Daher spielen Frauen auch um einiges zügiger Golf  – weil sie nicht so häufig ihre Bälle suchen müssen.
 

Was machen Frauen anders als Männer?


Männer spielen, ohne generalisieren zu wollen, meist  ambitionierter - meist auch aggressiver Golf wie eine Frau. Golferinnen sind nicht unbedingt auf die Schlagweite fixiert – sie sind auch nicht so besessen darauf die Technik perfekt zu beherrschen. Bei Frauen rückt die Psyche in den Vordergrund und sie bringen die nötige Geduld. die Golfbewegung langsam zu trainieren – das führt letztendlich dazu, dass sie die Bewegung dadurch auch verinnerlichen. Männer dagegen sind ungeduldiger bei ihnen muss alles schnell gehen. Vor allem aber spielt  bei Frauen unbedingt auch das Emotionale eine sehr grosse Rolle.  

Während Frauen offener für Verbesserungsvorschläge sind  und sie machen es sich da viel leichter, sie probieren  es einfach einmal aus, auch wenn es sich fremd anfühlt.. brauchen Männer mehr Überzeungsarbeit.

Gemeinsam auf die Golfrunde


Wie gesagt, aus einem reinen Männersport, hat sich Golf zum Sport, den Männer und Frauen jetzt auch gemeinsam spielen können entwickelt …. Das obwohl Mann wie Frau Golf vom Grundsatz her eine sehr unterschiedliche Art  haben, Golf zu spielen.  Und da wären wir bei der unumgänglichen Frage: „Können  oder wollen Männer nicht mit Frauen Golf spielen“?
 
Radio Eriwan meinte dazu pragmatisch: "Im Prinzip ja, solange Frauen nicht im Flight vor den Männern, sondern im Flight hinter den Männern spielen!"
 
Eine durchaus klare und präzise Antwort, finden Sie nicht?
 
Demnach gehen Männer tatsächlich mit Ihresgleichen auf die Golfrunde? Aber warum?
 
Es ist schnell erklärt: Männer lieben Wettkämpfe - für sie bedeutet ein Golfspiel ohne um Geld zu spielen, reine und vor allem  sinnlose Zeitverschwendung.  Zocken kann „Mann“ eben nur mit seinesgleichen.  Frauen wird dafür  jegliches Interesse und Verständniss abgesprochen. Das gilt natürlich auch für so  manche verbale Entgleisung, die in Männerflights, sagen wir schlicht und einfach einfach toleriert wird.
 
„Frau müsste man sein“, meinte kürzlich einer meiner Flightpartner, als mein erster Ball etwa 50m länger war als seiner. Die Tatsache, dass er mich dann mit dem zweiten Schlag um Längen ausgedrivt hätte, ignorierte er dann großzügig. Denn sein Ball war zwar weiiiiit geflogen und hätte es ziemlich sicher auf's Green geschafft. Allerdings hat der sich, dank eines Hook, unauffindbar ins "Nirwana" "vertschüsst"!