GOLF: Geschenkt…..! Given….!


Einmal rein wissenschaftlich betrachtet: Ist Golf die Verbindung von zwei grundverschiedenen Sportarten. Bei genauerem hinsehen  haben sie eigentlich wenig gemeinsam. 

Beim Abschlag  wird meist drauflos „gedonnert“,  damit der Ball möglichst spektakulär durch die Luft fliegt, je weiter, je lieber…. Das begeisterte „Wow“ zuschauender Mitspieler, wenn der Ball unendlich zu fliegen scheint, wird dankbar registriert.

Ganz anders dagegen  wenn der Ball dann am Green liegt – da sind Single-Handicaper oder solche die nahe daran sind, die Schlimmsten:
Sie schleichen ums Loch, kontrollieren den Wuchs der Grashalme,  äugen penibel nach Breaks - akribisch werden kleinste Krümel entfernt….  und wozu der ganze Aufwand? Denn der Ball  -darauf kann man wetten- rollt haarscharf am Loch vorbei -  bleibt nach gut einem Meter, nicht selten auch um einiges mehr, liegen!
 Was folgt ist meist ein auffordernder Blick zu den Mitspielern: „Den nächsten Putt könnt ihr mir schenken“? 

 

Erfolgt keine Reaktion, na dann…… schenken sie ihn sich einfach selbst!


Denn: "Nur ein geschenkter Putt, ist ein todsicherer Putt!" Das wusste schon der im Jahr 2009 verstorbene, bekannte amerikanische Schriftsteller John Hoyer Updike, der ein begeistertet Golfer war. Und er hatte damit nicht Unrecht!

Ein Geschenk das keines ist!

Golfspieler sind, auch untereinander freundliche, generöse Menschen. Es geht nicht um Geld oder ähnliche Werte, keineswegs, sondern einfach um noble Gesten:  Denn bleibt der Ball eines Mitspielers  nahe –damit sind etwa  20, 30, 40  höchstens aber 50cm,  gemeint- am Loch liegen, wird der Ball  grosszügig „geschenkt“!  Kann doch bei diesem, an und für sich geringen Abstand theoretisch angenommen werden, dass der Spieler den Ball einlocht!? Golfneulinge die das als Geschenk zu werten, irren sie gewaltig: Der Ball wird zwar "geschenkt", weil eben die Mitspieler  glauben, dass der knapp vor dem Loch liegenden Ball mit dem nächsten Putt sicher ins Loch  befördert wird –  aber: Als Schlag gezählt wird er trotzdem! Liegt der Ball aber weiter entfernt….., dann ist er zu spielen, gleichgültig ob Single-Handicaper oder Golf-Rabbit! 

Denn auch Golfprofis haben den Ball, der knapp vor dem Loch lag,  schon  daran vorbei geschoben und dadurch manchmal auch das Preisgeld verloren!!! Ausserdem: Geschenkte Putts... gelten nufr auf einer privaten Golfrunde! Bei vorgebawirksmanen Turnieren nach dem Zählspiel-/Stableford-System dürfen grundsätzlich keine Putt's geschenkt werden, soll der speiler nicht disqualifiziert werden (Regel 3-2). Selbst aufgenommen darf auch nur dann werden, wenn keine Punkte am jeweiligen Loch erzielt werden können. 

Allerdings:Bis zur Einführung des Zählspiels (Stableford) im Jahr 1759, war das Loch-Wettspiel - Engländer nennen es "Match Play" - die einzige Spielform und bei dieser hat jeder Spieler die Möglichkeit seinem Mitspieler einen Punkt zu schenken. 

Der Golf- Gimme


Beim Lochwettspiel kann ein Spieler seinem Gegner den letzten Putt schenken(Regel 2-4), wenn  dieser so nahe beim Loch liegen bleibt und problemlos eingelocht werden kann.  Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit beim Lochspiel: Ein Spielpartner kann  dem Gegner  auch Schläge, ganze Löcher, sogar das ganze Spiel schenken.  Ein geschenkter Schlag gilt für den „Beschenkten“ als eingelocht, ein geschenktes Loch gilt als gewonnen. Normalerweise wird das Loch nur dann geschenkt, wenn man selber keine Chance mehr sieht, es zu gewinnen und man sicher ist, der Gegner hätte den Ball eingelocht. Aber: Einmal geschenkt, können Schlag, Loch oder Spiel nicht zurückgenommen werden. 

"You drive for show but putt for dough."  

Das „gezielte Schenken“ ist aber auch Taktik, um den Gegner in Sicherheit zu wiegen. Diesen unter Golfern geläufigen Ausspruch den Arthur D'Arcy "Bobby" Locke (*1917 †1987), er war der erste international erfolgreiche Golfer Südafrika's..., sollten sich Golfer immer vor Augen halten: Denn Weite Abschläge sind gut für die Show... doch nur erfektes, sicheres Einlochen des Balles, bringt den Gewinn - den Profis das Geld (Englisch umgangssprachlich dough)! 

Und was lernen wir nun daraus?

Putten ist das A und O im Golfspiel! Wer gut abschlägt kann dennoch ein schwacher Spieler sein, wenn er im kurzen Spiel versagt und schlecht puttet. Golfer die mit dem Putter sicher umgehen können, ein gutes Auge haben und gezielt einlochen - sie gelten als gute Golfer - auch ohne "geschenkte Putt's!

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REGELN rund ums Putten

3-2 Nicht eingelocht

Locht ein Bewerber an irgendeinem Loch nicht ein und behebt seinen Fehler nicht, bevor er einen Schlag vom nächsten Abschlag macht, bzw., sofern es sich um das letzte Loch der Runde handelt, das Grün verlässt, so ist er disqualifiziert.

2-4 Schenken von nächstem Schlag, Loch oder Lochspiel 

Ist der Ball des Gegners zur Ruhe gekommen, so darf der Spieler seinem Gegner den nächsten Schlag jederzeit als eingelocht schenken. Der Ball gilt als vom Gegner mit seinem nächsten Schlag eingelocht und jede Partei darf den Ball entfernen. Ein Spieler darf ein Loch jederzeit vor Beginn oder Abschluss des Lochs schenken. Ein Spieler darf ein Lochspiel jederzeit vor Beginn oder Abschluss des Lochspiels schenken. Ein Schenken darf weder zurückgewiesen noch widerrufen werden.