Ski & Golf unter südlicher Sonne



Andalusien…. die meisten denken an die Sonne, die dort 320 Tagen im Jahr scheint. An das Meer, das an die endlosen Sandstrände der 300 km langen Küste - zwischen Gibraltar im Südwesten und Motril im Osten -brandet. Nicht zuletzt an die vielen Golfplätze die sich, fast wie die Perlen einer Kette, aneinander reihen..
Andalusien - hat aber noch viel, viel mehr zu bieten, als Sonne, Strand und Meer…  
Andalusien – das sind atemberaubende Landschaften, malerische weisse Dörfer die ursprünglicher nicht sein könnten und sich oft wie Schwalbennester an steile Berghänge klammern.
Andalusien - das sind einzigartige, sehenswerte und weltbekannte Städte: Sevilla, Cordoba, Granada, Málaga - aber auch  – das mondäne Marbella, Ronda die Wiege des Stierkampfes. Natürlich Cadiz - die älteste Stadt im Abendland,  oder die Stadt der Pferde  und des Sherry -Jerez de la Frontera, um nur einige zu nennen.
Andalusien - das ist tatsächlich eine interessante, aussergewöhnliche Mischung von jahrtausendealter Geschichte, einer großartigen Kultur und…..
Andalusien ist  auch ein Paradies für Sportler: Reiter, Surfer Taucher, Biker, Wanderer, Tennisspieler und Golfer – nicht zuletzt auch, wer hätte das gedacht: Für Skifahrer!
Andalusien das Land mit einem ganzjährig subtropischen Klima, angenehmen Temperaturen  - es bietet die perfektesten Voraussetzungen für alle Aktivitäten!


Golf- und Skivergnügen unter der Sonne 
Dass Spaniens Süden ein wahres Golf-Paradies ist, hat sich mittlerweile nicht nur bei Golf-Enthusiasten herumgesprochen. Dass im südlichen Teil der Iberischen Halbinsel aber auch der  Ski-Sport zu Hause ist,  mag viele verwundern!

Die schneebedeckte Sierra Nevada
Kaum jemand weiß, dass nur  zwei  knappe Autostunden von der berühmten Costa del Sol  entfernt, das auf 2,100 Metern das  höchst gelegene Skigebiet Europas die - Sierra Nevada – bis in den Mai hinein, zum Ski fahren einladet. 
Weil auch passionierte Golfer, gerne einmal die Pisten unsicher machen, besonders bevorzugt sind: Nirgendwo sonst können sie am Vormittag auf 2 Brettern, (die für viele die Welt bedeuten) ausgiebig über hervorragend präpartierte Pisten wedeln und am Nachmittag als Draufgabe in Granada eine Runde Golf spielen.

Skifahren mit Blick auf's weite Meer  
Auch meine Golffreunde und ich wir sind an die Costa del Sol gekommen, weil wir alle ausgesprochen gerne, natürlich auch sehr oft Golf spielen. Und das ist, wenn bei uns die Golfplätze Winterschlaf halten,  nur im Süden Europas möglich. Daneben sind wir auch -allerdings nur bei schönem, strahlenden Wetter- begeisterte Skifahrer. 
Es liegt daher nahe, dass wir  einmal gemeinsam ausprobieren wollten, ob die Sierra Nevada wirklich das hergibt, was sie verspricht: Tolle, herausfordernde  Skipisten, eine einzigartige Berglandschaft, eine Aussicht, die ihresgleichen sucht und das natürlich bei 

strahlendem Winterwetter.  Vor allem wollten wir sehen, ob es möglich ist einen halben Tag lang  Ski zu fahren und sich  anschliessend noch eine Golfrunde ausgeht.   Kurz entschlossen haben wir dieses Vorhaben in der letzten Dezemberwoche in die Tat umgesetzt.
Um es vorweg zu nehmen..... Wir wurden nicht entäuscht!
Allein die enorme Höhe in der dieses Skigebiet liegt hat auch die Skeptiker unter uns überzeugt: Es ein einzigartiges, herausforderndes Skigebiet, dass es mit jedem Skiort in den Alpen aufnehmen kann. Mehr noch - in mancher Beziehung hat es sogar die Nase vorn. 

Eine problemlose Anreise in die Sierra
Mit mit 3 Autos  sind wir bereits um 7:00 Morgens und bei Dunkelheit in San Pedro de Alcántara abgefahren. Mit im Gepäck hatten wir zwar unsere Golfausrüstung, aber lediglich Skikleidung. Denn Skischuhe und Ski konnte man direkt vor Ort ausleihen. Nach  knapp 2 Stunden Fahrt - wobei die Autovia bis Granada, wie auch die Serpentinenstrasse in  die Sierra kaum befahren war - haben wir  Pradollano, den auf  etwa 2100 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Wintersportort, erreicht. Und das bei tiefblauem Himmel samt strahlendem Sonnenschein

Pradollano - Skiresort im Süden Europas
Das ganze 86.208 km4 grosse Sierra Nevada-Skigebiet wurde 1999 geschützter Nationalpark - zeitgleich auch von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt.  Pradollano  -auch >Sol y Nieve< genannt- ist  nicht so wie die bekannten, gemütlichen Wintersportorte in den Alpen - es ist eher mit den Retorten-Skidörfern wie Megève im Département Haute-Savoie in Frankreich vergleichbar.
Pradeollano >Sil y Nieve< Zentrum
Doch die Lage ist  ausgesprochen  privilegiert.  Umgeben von imposanten Bergriesen: Dem  3.371 Meter hohen „Alcazaba“. Auch dem zweithöchsten Berg Spaniens: „Mulhacén“  der mit 3.482 Meter in den Himmel ragt. Oder dem "Skiberg" „Pico del Veleta“ (3,391m): Auf seinen mehr oder weniger steilen  Pisten "stürzen" sich die Skifahrer ins Tal  - er ist gleichzeitig der höchste anfahrbare Punkt Europas.

Das Dorf Pradollano selbst ist vollkommen autofrei - bewachte Parkplätze gibt es zwar auch am Ortsrand, vor allem aber in einer riesigen, Garage mit 2,650 Stellplätzen, direkt im Ortszentrum unter der Plaza Andalucia - und dafür berappt man 15 Euro für 24 Stunden. 
Wir sind also  Mitten in Pradollano -unterirdisch- aus dem Auto gestiegen, über  einen der Aufgänge direkt zum Skiverleih gelangt. Mit erstklassigen Schuhen und den neuesten Skimodellen ausgestattet (dafür haben wir knapp  bezahlt 28.- Euro  bezahlt) sind wir zu den Liftanlagen um   Liftkarten zu kaufen. 

Ein Herz für Supersenioren
Für eine  Senioren 60+
Tageskarte sind
Euro 34.00 (normal € 45.00) zu berappen, die auf allen  denr  mehr als 20 Liftanlagen gültig ist. 





Doch.... wer bereits den 70ziger am Buckel hat (was bei fünf unserer Truppe der Fall ist)- der ist vom Sierra-Nevada-Tourismus eingeladen und fährt gratis! Egal ob er oder sie nur einen Tag die Skipisten unsicher macht, vielleicht auch  zwei oder gar noch mehr Tage - ja sogar einen  ganzen Urlaub lang! 
Ich möchte nur allzu gerne wissen, in welchem Skigebiet, wo immer es sich befindet, werden Super-Senioren so großzügig behandelt?



Oben ist die Luft merklich dünner

Die >Al Andaluz> Kabinenbahn brachte uns in wenigen Minuten hinauf zur Mittelstation Borreguiles. Dort entschieden wir uns für die  grün bezeichnete, leichte >Amapola-Piste<, die sich gerade richtig zum einfahren, erwies. Zum Gipfel haben wir nochmals selben  Sessellift genommen, vom   >Zayas-Schlepplift< (hier übrigens der einzige Schlepper) haben wir uns knapp unter den "Veleta" ziehen zu lassen. Haben dann die  "Panoramica-I " und "Solana" -Piste gewählt - eine Entscheidung die wir nicht
bereut haben:
Der Blick von der Sierra Nevada auf´s Meer
Ein sensationler, ja ausgesprochen überwältigender
Blick über das nahe,  ín der Sonne glitzernde Mittelmeer bis nach Afrika - zur  Meerenge von Gibraltar, dem Rif-Gebirge Marokkos im  Westen. Während im Osten, zu Füssen der Sierra Nevada  die Maurenstadt Granada - weit darüber hinaus,  die bergige Landschaft des Hinterlandes sichtbar ist.  
Noch immer überwältigt von dem einzigartigen Panorma, brachte uns der >Laguna-Sessellift< wieder knapp unter den Gipfel  des "Veleta". An seinen Hängen können sich auch Tiefschnee-Enthusiasten austoben. Doch  Pistenjunkees, wie wir, finden mehr als 100 km hervorragend präparierte Pisten zum Wedeln und Carven
Und genaus das haben wir gemacht: Für die letzte Skiabfahrt des Tages haben wir uns ein ganz besonderes Skivergnügen   ausgesucht: Die 6.253 Kilometern lange >Aguilla-Abfahrt< (Höhenunterschied von 1.170 m) - die allerdings einiges an Kondition voraussetzt - aber die haben Golfer, die 2-3 mal pro Woche ihre 18 Loch Runden zu Fuss gehen, allemal! Jedenfalls war es ein fantastisches 'Erlebnis!

Skifahren macht hungrig
Im Tal angekommen - meldet sich der Hunger. Doch zuerst geben wir Schuhe und Ski zurück, die wir uns ausgeliehen hatten. In der heimeligen "La Bodega"  an der Plaza de Andalucia haben wir uns bei köstlichen Tapas, einer Ración Jamon und einem Glas Rotwein von den Pistenstrapazen gestärkt.Und dann hiess es:"Auf nach Granada!"

Eine Runde Golf ist sich ausgegangen
Kurze Zeit später haben wir unsere Autos in der Garage gestartet und waren eine knappe Stunde später  >Granada Club de Golf< einem  18-Loch Par 71 Platz, in Las Gabias - 8 km von Granada entfernt, der im Jahr 1986 eröffnet wurde. Er ist teilweise in leicht hügeligen, meist aber in relativ flachem Gelände  angelegt.
Doch die Aussicht auf die schneebedeckte Sierra Nevada, auf der wir kurz zuvor noch unsere Schwünge gezogen haben ist einfach fantastisch.
Es ist zwar ein nicht sonderlich herausfordernder, ( aber Herausforderung hatten wir ja bereits beim Ski fahren)  aber durchaus sportlicher Platz, mit einer Länge von 5623 m vom gelben Abschlag - die Damen sind mit 5135 m (roter Abschlag) etwas bevorzugt. 
Entworfen von den Designern D. Ramón Espinosa und Emilio Mena. Sie haben die Spielbahnen den natürlichen Konturen des Geländes angepasst. 
Viele Wasserhindernisse begleiten oft


auch auf beiden Seiten  Fairways -  die teilweise auch  durch breitere Wasserläufe 
durchzogen werden. Unzählige Bunker die Greens verteidigen oder am Fairway Bälle abfangen verlangen  nach einem aufmerksamen Spiel. Nicht zu vergessen auf die  Doglegs die einmal rechts, dann wieder links geknickt  sind und die  unzähligen Olivenbäume...... 
Um die Wahrheit zu sagen, die Dämmerung hat uns vertrieben - nach 9 Loch haben wir das Clubhaus vorgezogen, das übrigens einen Besuch durchaus wert war. Vor allem schon der ausgezteichneten Tapas wegen.

Alles in allem der >Granada Club de Golf< ist ein ansprechender, ausgesprochen schön gelegener Platz - gerade richtig um unser (eigentlich verrücktes) Vorhaben: Skifahren und eine Runde Golf an einem Tag - in die Tat umzusetzen. 

Die Moral  von unser Geschichte....

Golf oder Ski? 
Schnee oder Fairway?  
Carven oder golfen?
Diese Fragen entzweien  Freunde, Paare - weil doch eder seine eigenen Urlaubs-Vorstellungen hat. 
Aber warum eigentlich? Das muss doch nicht sein!
Denn ganz im Süden des europäischen Kontinents liegen zwischen der Sierra Nevada und der Costa del Golf nur knappe 40 Kilometer Luftlinie zwischen Traum-Fairways und Traumpisten.
Wer in Andalusien Urlaub macht, kann zwischen Dezember und Mai sowohl das eine tun, ohne das andere zu lassen
Das Resumee von uns acht Freunden, die wir diese -eigentlich absurde- Idee hatten: Skifahren und Golfspielen an einen Tag unter einen Hut zu bringen war....!
Hintennach betrachtet, lässt es sich durchaus machen - aber nicht unbedingt in den im Wintermonaten. Denn da wird es auch hier relativ früh dunkel. Die beste Zeit wäre April oder Mai. Da liegt auf der Sierra Nedvada noch genügend Schnee  zudem  sorgen mehr als 350 Schneekanonen für Nachschub - sind doch in dieser Hohenlage die Nächte noch ausgesprochen kalt. Doch die Tage sind länger, daher ist eine 18-Loch Golfrunde auch dann möglich, wenn man erst um 15 Uhr am ersten Tee steht. 
Jedenfalls haben wir uns fest vorgenommen, bei unserem nächsten Besuch an der Costa del Sol: Ein Skitag in der Sierra Nevada soll zu einem Fixpunkt werden. Doch dann, da waren wir uns einig, verschieben wir die Golfrunde am besten auf den nächsten Tag - schlussendlich sind wir doch alle keine "heurigen Hasen" mehr! 
Dafür wollen wir die einzigartige Stadt der Mauren: Granada und natürlich die berühmte Alhambra besuchen.

 
ALHAMBRA IM ABENDLICHT




Dabei stellt sich  allerdings die Frage, ob wir dann nicht doch  erst am übernächsten Tag wieder unsere Schläger schwingen werden?!